KI-Schulung für Mitarbeiter nach EU AI Act: Was die Pflicht zur KI-Kompetenz verlangt und wie Sie sie pragmatisch erfüllen

Seit Februar 2025 müssen Betriebe, die KI einsetzen, für ausreichende KI-Kompetenz ihrer Mitarbeiter sorgen. Das klingt nach Bürokratie, ist aber mit vier Bausteinen in überschaubarer Zeit erledigt: Grundlagen, Regeln im Betrieb, Werkzeug-Inventar und Nachweis.

Fünf Mitarbeitende eines mittelständischen Betriebs sitzen an einem langen Eichentisch vor einer Backsteinwand und machen sich Notizen, im Vordergrund ein Stapel Schulungsunterlagen mit Terracotta-Klammer – Sinnbild für eine KI-Schulung im eigenen Betrieb

In fast jedem Betrieb, den ich mir anschaue, arbeitet längst jemand mit KI. Die Kollegin im Vertrieb lässt sich Angebotstexte vorformulieren, der Werkstattleiter fasst Herstellerdokumente zusammen, die Buchhaltung nutzt die KI-Funktion im Office-Programm. Gefragt hat meist niemand, geschult wurde selten. Genau an dieser Stelle setzt eine Pflicht an, die seit dem 2. Februar 2025 gilt und trotzdem vielen Geschäftsführern noch nicht bewusst ist: Wer KI einsetzt, muss für die KI-Kompetenz seiner Mitarbeiter sorgen.

Eine KI-Schulung ist dafür der naheliegende Weg. Sie muss weder teuer noch aufwendig sein, und sie braucht kein Zertifikat von der Wand. Sie muss etwas anderes leisten: Ihr Team soll verstehen, was KI kann und was nicht, wissen, welche Regeln bei Ihnen gelten, und Sie sollen belegen können, dass Sie sich darum gekümmert haben. Wie das pragmatisch aussieht, beschreibe ich in diesem Beitrag. Vorweg der ehrliche Hinweis: Das ist eine Einordnung aus unternehmerischer Praxis, keine Rechtsberatung. Bei Spezialfällen gehört ein Fachanwalt an den Tisch.

Schulungs-Check

Wie steht es um die KI-Kompetenz in Ihrem Team?

In einem kurzen Gespräch klären wir, welche KI bei Ihnen schon im Einsatz ist, wer geschult werden sollte und wie eine KI-Schulung aussieht, die zu Ihrem Betrieb passt und sauber dokumentiert ist.

KI-Schulung anfragen

Was der EU AI Act zur KI-Kompetenz der Mitarbeiter verlangt

Der EU AI Act, die europäische KI-Verordnung, ist seit August 2024 in Kraft und wird stufenweise wirksam. Einen Überblick über die Stufen und was seit dem 2. August 2026 zusätzlich gilt, habe ich in meinem Beitrag EU AI Act ab 2. August 2026: Was jetzt für Ihr Unternehmen gilt zusammengefasst. Eine der ersten Stufen betrifft genau unser Thema: Seit dem 2. Februar 2025 gilt Artikel 4, die Pflicht zur KI-Kompetenz.

Sinngemäß steht dort: Anbieter und Betreiber von KI-Systemen ergreifen Maßnahmen, um nach besten Kräften sicherzustellen, dass ihr Personal und andere Personen, die in ihrem Auftrag mit KI-Systemen arbeiten, über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügen. Berücksichtigt werden sollen dabei Vorkenntnisse, Erfahrung, Ausbildung und der Zusammenhang, in dem die KI eingesetzt wird.

Drei Begriffe in diesem Satz entscheiden, was das für Ihren Betrieb heißt:

  • Betreiber. Gemeint ist nicht nur, wer KI entwickelt. Betreiber ist, wer ein KI-System in eigener Verantwortung beruflich nutzt. Wenn Ihre Mitarbeitenden dienstlich mit einem Chat-Assistenten arbeiten, eine KI-Funktion in Ihrer Software nutzen oder auf Ihrer Website ein Chatbot antwortet, sind Sie Betreiber. Eine Ausnahme für kleine Unternehmen gibt es nicht.
  • KI-Kompetenz. Die Verordnung meint damit die Fähigkeiten, Kenntnisse und das Verständnis, um KI sachkundig einzusetzen und sich ihrer Chancen, Risiken und möglichen Schäden bewusst zu sein. Es geht also nicht um Programmieren, sondern um einen informierten, verantwortlichen Umgang im Alltag.
  • Nach besten Kräften und ausreichend. Das Gesetz verlangt keine perfekte Ausbildung und keinen festen Stundenumfang. Es verlangt angemessene, zum Einsatz passende Maßnahmen. Wer KI nur für Textentwürfe nutzt, braucht weniger Tiefe als ein Betrieb, der KI bei Personalentscheidungen einsetzt.

Was der Artikel nicht verlangt, ist ebenso wichtig: kein bestimmtes Zertifikat, keinen bestimmten Anbieter, keine Prüfung mit Note. Die EU-Kommission hat in ihren Antworten auf häufige Fragen zur KI-Kompetenz genau das klargestellt. Es zählt, dass Sie etwas Sinnvolles getan haben und es nachvollziehbar belegen können.

Zur Frage nach Sanktionen: Wie Verstöße geahndet werden, regeln die Mitgliedstaaten, die Aufsicht liegt bei nationalen Behörden. Konkrete Beträge nenne ich hier bewusst nicht, denn mit Bußgeldzahlen ohne Bezug zum eigenen Fall ist niemandem geholfen. Praktisch relevanter ist ein anderer Punkt: Geht etwas schief, etwa weil vertrauliche Kundendaten in einem öffentlichen KI-Dienst gelandet sind oder eine ungeprüfte KI-Antwort beim Kunden Schaden angerichtet hat, wird die Frage gestellt, ob Ihre Leute dafür befähigt waren. Dann wollen Sie eine Antwort haben.

Ein letzter Hinweis zur Einordnung: Im Rahmen des sogenannten Digital Omnibus wird auf EU-Ebene darüber gesprochen, einzelne Regeln der KI-Verordnung zu vereinfachen, auch rund um die KI-Kompetenz. Bis eine Änderung beschlossen und in Kraft ist, gilt Artikel 4 so, wie er im Gesetz steht. Und unabhängig von jeder Pflicht gilt: Ein Team, das KI versteht, arbeitet damit besser und sicherer.

Die Pflicht zur KI-Kompetenz ist keine neue Bürokratie. Sie schreibt nur auf, was ohnehin vernünftig ist: Wer mit einem Werkzeug arbeitet, sollte wissen, wie es funktioniert und wo es Fehler macht.

Warum Abwarten hier die teurere Variante ist

Viele Betriebe reagieren auf die Pflicht mit einem von zwei Reflexen. Die einen sagen: Bei uns nutzt niemand KI, also betrifft uns das nicht. Die anderen verbieten KI vorsichtshalber ganz. Beides geht an der Wirklichkeit vorbei.

Der erste Reflex unterschätzt, wie weit KI schon verbreitet ist. Sie steckt im E-Mail-Programm, in der Textverarbeitung, im Übersetzungsdienst, im Website-Baukasten und auf dem privaten Smartphone, mit dem dann doch dienstliche Texte entstehen. Ich nenne das Schatten-KI: Sie wird genutzt, aber niemand hat sie freigegeben, und niemand weiß, welche Daten dabei wohin fließen. Wie heikel das werden kann, habe ich in ChatGPT im Betrieb: erlaubt oder Datenschutz-Falle? beschrieben.

Der zweite Reflex, das Verbot, löst das Problem nicht, er verschiebt es. Die Nutzung geht weiter, nur unsichtbar. Und der Betrieb verschenkt genau den Vorsprung, den KI im Alltag bringen kann. Eine gute KI-Schulung ist deshalb nicht nur Pflichterfüllung. Sie ist der Moment, in dem aus heimlicher Nutzung geregelte Nutzung wird.

Wie eine pragmatische KI-Schulung aussieht: vier Bausteine

Eine KI-Schulung, die die Pflicht erfüllt und dem Betrieb tatsächlich nützt, besteht aus vier Bausteinen. Sie bauen aufeinander auf, und keiner davon ist kompliziert.

Baustein 1: Grundlagen, die im Alltag tragen

Ziel ist ein gemeinsames Grundverständnis, kein Informatikkurs. Jede Person, die mit KI arbeitet, sollte nach der Schulung diese Fragen beantworten können:

  • Was macht ein Sprachmodell eigentlich, und warum klingt eine Antwort auch dann überzeugend, wenn sie falsch ist?
  • Wofür eignet sich KI gut, etwa Entwürfe, Zusammenfassungen, Gliederungen, Übersetzungen, und wofür nicht, etwa verbindliche Rechtsauskünfte, exakte Berechnungen ohne Prüfung, Entscheidungen über Menschen?
  • Was passiert mit den Daten, die ich eingebe, und worin unterscheidet sich ein öffentlicher Gratisdienst von einem datenschutzkonform eingerichteten Werkzeug?
  • Wie prüfe ich ein KI-Ergebnis, bevor ich es weitergebe?

Wichtig ist, dass diese Grundlagen an Beispielen aus dem eigenen Betrieb gezeigt werden, nicht an Gedichten und Reiseplänen. Wer einmal gesehen hat, wie eine KI aus einer echten Kundenanfrage ein plausibles, aber falsches Angebot formuliert, vergisst das nicht mehr. Warum das passiert, erkläre ich ausführlicher in Kann man KI-Antworten trauen? Halluzinationen einfach erklärt.

Baustein 2: Regeln im Betrieb

Kompetenz ohne Regeln bleibt Privatsache. Deshalb gehört zu jeder KI-Schulung eine kurze, verständliche KI-Richtlinie, idealerweise eine bis zwei Seiten. Sie beantwortet:

  • Welche Werkzeuge sind freigegeben, und mit welchem Konto werden sie genutzt? Private Konten für dienstliche Zwecke sind eine häufige, vermeidbare Lücke.
  • Welche Daten gehören nicht hinein, etwa Kundennamen, Personalangelegenheiten, Gesundheitsdaten, Vertragsdetails oder Betriebsgeheimnisse, solange das Werkzeug nicht ausdrücklich dafür freigegeben ist.
  • Wer prüft Ergebnisse, bevor sie das Haus verlassen? Die Regel ist einfach: Ein Mensch liest und verantwortet jedes KI-Ergebnis, das nach außen geht.
  • Wann wird gekennzeichnet? Spricht ein Kunde mit einer KI, etwa mit einem Chatbot, muss er das erkennen können. Details dazu stehen in EU AI Act: Kennzeichnungspflicht für KI-Interaktionen.
  • Wer ist Ansprechpartner für Fragen rund um KI im Betrieb und für die Freigabe neuer Werkzeuge?

Die Richtlinie sollte nicht vom Anwalt im Elfenbeinturm geschrieben, sondern in der Schulung gemeinsam durchgegangen werden. Regeln, die das Team versteht und für sinnvoll hält, werden eingehalten. Regeln aus der Schublade nicht.

Baustein 3: Das Werkzeug-Inventar

Bevor Sie schulen, sollten Sie wissen, worauf. Ein einfaches Inventar beantwortet für jedes KI-Werkzeug im Betrieb vier Fragen: Was ist es, wofür wird es genutzt, wer nutzt es, und welche Daten fließen hinein? Eine Tabelle mit einer Zeile je Werkzeug genügt.

Das Inventar hat zwei Aufgaben. Erstens zeigt es, wie tief die Schulung je Rolle gehen muss. Nicht alle brauchen dasselbe:

  • Alle, die KI nutzen: Grundlagen, Regeln, Prüfpflicht, Umgang mit Daten.
  • Rollen mit Kundenkontakt: zusätzlich Kennzeichnung und der Umgang mit KI-Antworten gegenüber Kunden.
  • Rollen mit sensiblen Daten, etwa Personal, Buchhaltung, Kundenservice: zusätzlich, was dort besonders zu beachten ist und welche Werkzeuge dafür ausdrücklich freigegeben sind.
  • Die verantwortliche Person für KI und die Geschäftsführung: zusätzlich Freigabe neuer Werkzeuge, Pflege von Inventar und Richtlinie, Einschätzung von Risiken.

Zweitens ist das Inventar die Grundlage für alles, was danach kommt, von der Kennzeichnungspflicht bis zur Frage, ob ein Einsatz in einen sensiblen Bereich fällt. Es ist dieselbe Bestandsaufnahme, die ich im Beitrag zum EU AI Act und seinen Pflichten für den Mittelstand als ersten Schritt empfehle. Wer sie einmal gemacht hat, erledigt zwei Aufgaben auf einmal.

Baustein 4: Der Nachweis

Der vierte Baustein ist der, an den im Alltag am wenigsten gedacht wird. Dabei ist er schnell erledigt. Für die meisten kleinen und mittelständischen Betriebe reicht eine schlanke Mappe, digital oder auf Papier, mit diesen Inhalten:

  1. Das Werkzeug-Inventar mit Stand-Datum.
  2. Die KI-Richtlinie in der aktuellen Fassung, mit Versionsnummer.
  3. Die Schulungsinhalte als kurze Gliederung oder die verwendeten Unterlagen.
  4. Teilnehmerlisten mit Datum, Name, Rolle und Schulungsumfang.
  5. Den Plan für die Auffrischung: wann die nächste Runde ansteht und was neue Mitarbeitende bei ihrem Start bekommen.

Das ist kein Aktenordner für die Behörde, sondern ein Arbeitsdokument. Es hilft Ihnen auch intern: Wer neu ins Team kommt, bekommt Richtlinie und Kurzschulung als Teil der Einarbeitung, und die Frage, ob jemand schon geschult ist, beantwortet ein Blick in die Liste.

So läuft eine KI-Schulung bei mir ab

Damit das nicht abstrakt bleibt, hier der Ablauf, mit dem ich Betriebe in Rostock, Mecklenburg-Vorpommern und Norddeutschland schule. Er ist bewusst schlank, weil er neben dem Tagesgeschäft funktionieren muss.

  1. Vorgespräch und Inventar (etwa zwei Wochen vorher). Wir erfassen, welche KI bei Ihnen im Einsatz ist, offiziell und inoffiziell, und welche Rollen damit arbeiten. Dazu sammeln wir zwei, drei echte Beispiele aus dem Alltag, personenbezogene Daten vorher geschwärzt.
  2. Entwurf der KI-Richtlinie. Aus dem Inventar entsteht ein erster Entwurf, den die Geschäftsführung vor der Schulung freigibt oder anpasst.
  3. Grundschulung für alle (ein halber Tag). Grundlagen an eigenen Beispielen, Ausprobieren mit einem datenschutzkonform eingerichteten Werkzeug, Durchgehen der Richtlinie, offene Fragen. Dazu gehört auch die Frage, die oft unausgesprochen im Raum steht: Was bedeutet KI für meinen Arbeitsplatz?
  4. Kurze Vertiefungen je Rolle (jeweils ein bis zwei Stunden). Für Kundenkontakt, sensible Bereiche und die verantwortliche Person, je nach Inventar.
  5. Dokumentation. Teilnehmerlisten, Unterlagen, Richtlinie und Inventar landen in der Nachweismappe.
  6. Auffrischung. Mindestens einmal im Jahr und immer, wenn ein neues KI-Werkzeug eingeführt wird. Oft reicht dafür eine Stunde.

Ich bin selbst Unternehmer und arbeite in unseren eigenen Firmen täglich mit KI, bis hin zu digitalen Mitarbeitern, die Aufgaben im Hintergrund vorbereiten. Was ich in Schulungen zeige, kommt deshalb nicht aus Folienvorlagen, sondern aus dem eigenen Betrieb, inklusive der Fehler, die wir dabei gemacht haben.

KI-Schulung oder KI-Workshop: der Unterschied

Beide Begriffe werden oft durcheinander verwendet. Sie beschreiben aber zwei verschiedene Formate mit verschiedenen Zielen.

  • Die KI-Schulung befähigt. Sie richtet sich an alle, die mit KI arbeiten. Ihr Ziel ist ein sicherer, informierter Umgang: Grundlagen, Grenzen, Regeln, Daten. Sie wiederholt sich, wird dokumentiert und ist der direkte Weg, die Pflicht zur KI-Kompetenz der Mitarbeiter zu erfüllen.
  • Der KI-Workshop gestaltet. Er richtet sich an eine ausgewählte Runde aus Entscheidern und den Menschen, die bestimmte Abläufe täglich erledigen. Sein Ziel ist eine Entscheidung: Welche Abläufe entlastet KI bei uns zuerst? Sein Ergebnis sind priorisierte Anwendungsfälle und ein konkreter nächster Schritt.

Die Schulung sorgt dafür, dass das Team sicher mit KI umgehen kann. Der Workshop sorgt dafür, dass KI dort eingesetzt wird, wo sie am meisten bringt. Wie ein solcher Workshop aufgebaut ist, habe ich in KI-Workshop für Unternehmen: Wie ein halber Tag Ihr Team wirklich weiterbringt beschrieben. In der Praxis greifen beide oft ineinander: Erst die Schulung als gemeinsame Grundlage, dann der Workshop mit denen, die Abläufe verändern sollen. Oder umgekehrt, wenn ein Projekt schon feststeht und das Team darauf vorbereitet werden muss.

Typische Fehler bei der KI-Schulung

Die meisten Fehler entstehen nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil die Schulung als Pflichttermin abgehakt wird. Diese Stolpersteine begegnen mir am häufigsten:

  • Das Einmal-Webinar ohne Bezug. Ein allgemeines Online-Video über „die Möglichkeiten der KI“ hat mit Ihrem Betrieb nichts zu tun. Es ist besser als nichts, aber es befähigt niemanden, im eigenen Alltag richtig zu entscheiden.
  • Schulung ohne Regeln. Wenn nach der Schulung niemand weiß, welche Werkzeuge erlaubt sind und welche Daten tabu sind, bleibt die Unsicherheit. Schulung und Richtlinie gehören zusammen.
  • Zertifikate sammeln statt verstehen. Ein Teilnahmezertifikat ist schön für die Personalakte, verlangt wird es nicht. Wichtiger ist, dass das Gelernte zu Ihren Werkzeugen und Abläufen passt.
  • Nur die Führungsebene schulen. Die Pflicht betrifft alle, die mit KI arbeiten. Und gerade im Tagesgeschäft entstehen die Situationen, in denen falsche Daten im falschen Werkzeug landen.
  • Schatten-KI ignorieren. Wer in der Schulung so tut, als gäbe es keine inoffizielle Nutzung, verpasst die wichtigste Gelegenheit: sie offen anzusprechen und in geregelte Bahnen zu lenken.
  • Keine Auffrischung. KI-Werkzeuge ändern sich im Monatstakt. Eine Schulung von vor zwei Jahren beschreibt eine andere Werkzeuglandschaft.

Lässt sich eine KI-Schulung fördern?

Die ehrliche Antwort ist vorsichtig. Reine Schulungen sind in der BAFA-Beratungsförderung in der Regel nicht förderfähig. Ist die Schulung dagegen Teil einer Beratung, in der Prozesse analysiert, ein KI-Konzept erarbeitet und Regeln für den Betrieb entwickelt werden, kann der beratende Anteil im Rahmen der geförderten Beratung liegen. Was die BAFA-Förderung abdeckt und warum der Antrag immer vor dem Start kommt, steht in BAFA-Beratungsförderung 2026: Was der Zuschuss für KI- und Digitalisierungsberatung bringt.

Für längere berufliche Weiterbildungen von Beschäftigten gibt es zudem Förderwege über die Agentur für Arbeit. Kurze betriebliche Schulungen von wenigen Stunden fallen darunter in der Regel nicht. Förderbedingungen ändern sich, deshalb gilt: vor dem Start prüfen, nicht hinterher.

Und ganz nüchtern: Eine schlanke KI-Schulung für ein Team von zehn bis dreißig Personen ist meist eine überschaubare Investition, verglichen mit dem, was ein einziger vermeidbarer Datenschutzvorfall oder eine ungeprüfte KI-Antwort beim Kunden kosten kann.

Für wen sich eine KI-Schulung jetzt lohnt

Eine KI-Schulung im beschriebenen Format passt besonders zu kleinen und mittelständischen Betrieben mit etwa zehn bis hundert Mitarbeitenden, vom Handwerksbetrieb über die Kanzlei bis zum Produktionsunternehmen. Sie ist vor allem dann der richtige nächste Schritt, wenn eine dieser Situationen auf Sie zutrifft:

  • Einzelne im Team nutzen KI schon, aber jeder anders und ohne gemeinsame Regeln.
  • Sie wissen nicht genau, welche KI-Funktionen in Ihren bestehenden Programmen bereits aktiv sind.
  • Sie führen ein neues KI-Werkzeug ein, etwa einen eigenen KI-Assistenten mit Firmenwissen, wie ich ihn in Unternehmens-GPT: Was ein eigener KI-Assistent mit Firmenwissen kann beschreibe, und wollen das Team von Anfang an mitnehmen.
  • Auf Ihrer Website oder im Kundenservice antwortet bereits eine KI.
  • Sie möchten die Pflicht zur KI-Kompetenz einfach sauber erledigt und belegt haben, ohne daraus ein Großprojekt zu machen.

Der nächste Schritt

Fangen Sie nicht mit der Frage an, welcher Schulungsanbieter das schönste Zertifikat ausstellt. Fangen Sie mit einer Liste an: Welche KI wird bei uns heute genutzt, von wem und wofür? Aus dieser Liste ergibt sich fast alles andere, von der Richtlinie über den Schulungsumfang bis zum Nachweis.

Wenn Sie mögen, gehen wir diese Liste gemeinsam durch. Ich schaue mit Ihnen auf Ihre Ausgangslage, schlage einen Schulungsumfang vor, der zu Ihrem Betrieb passt, und sorge dafür, dass am Ende Richtlinie, Teilnehmerlisten und Unterlagen in einer Mappe liegen. Schreiben Sie mir, und wir besprechen die KI-Schulung für Ihr Team.

Häufige Fragen zur KI-Schulung nach EU AI Act

Ist eine KI-Schulung für Mitarbeiter Pflicht?

Der EU AI Act verlangt seit dem 2. Februar 2025 in Artikel 4, dass Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen, nach besten Kräften für ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz bei den Mitarbeitenden sorgen, die mit diesen Systemen arbeiten. Eine bestimmte Schulungsform schreibt das Gesetz nicht vor. In der Praxis ist eine kurze, auf den Betrieb zugeschnittene und dokumentierte KI-Schulung aber der einfachste Weg, diese Pflicht nachvollziehbar zu erfüllen. Dieser Beitrag ist eine praktische Einordnung, keine Rechtsberatung.

Für welche Unternehmen gilt die Pflicht zur KI-Kompetenz?

Sie gilt für Anbieter und Betreiber von KI-Systemen. Betreiber ist, wer ein KI-System in eigener Verantwortung beruflich nutzt. Damit ist praktisch jeder Betrieb erfasst, in dem Mitarbeitende dienstlich mit KI-Werkzeugen arbeiten, etwa mit Chat-Assistenten, KI-Funktionen in Office-Programmen oder einem Chatbot auf der Website. Eine Ausnahme für kleine Unternehmen gibt es nicht; der Aufwand darf sich aber an Größe und Einsatz orientieren.

Braucht man für die KI-Schulung ein Zertifikat?

Nein. Der EU AI Act schreibt weder ein bestimmtes Zertifikat noch einen bestimmten Anbieter vor. Entscheidend ist, dass Sie nachvollziehbar belegen können, was Sie unternommen haben: wer wann geschult wurde, welche Inhalte vermittelt wurden und welche Regeln im Betrieb gelten. Eine schlanke interne Dokumentation mit Teilnehmerliste, Inhalten und der aktuellen KI-Richtlinie reicht für die meisten Betriebe als Grundlage.

Was ist der Unterschied zwischen KI-Schulung und KI-Workshop?

Eine KI-Schulung befähigt alle Mitarbeitenden, die mit KI arbeiten: Grundlagen, Grenzen, Regeln im Betrieb und sicherer Umgang mit Daten. Sie wiederholt sich und wird dokumentiert. Ein KI-Workshop ist ein Arbeitsformat mit ausgewählten Personen, die an echten Abläufen herausarbeiten, wo KI konkret entlasten kann; sein Ergebnis sind priorisierte Anwendungsfälle und ein nächster Schritt. Beides ergänzt sich, ersetzt sich aber nicht.

Wie lange dauert eine KI-Schulung für Mitarbeiter?

Für die Grundbefähigung aller Mitarbeitenden reicht in den meisten kleinen und mittelständischen Betrieben ein halber Tag, ergänzt um kurze Vertiefungen für Rollen mit mehr Verantwortung, etwa Kundenkontakt, Personal oder die verantwortliche Person für KI im Betrieb. Wichtiger als die Länge ist die Auffrischung: mindestens einmal im Jahr und immer dann, wenn neue KI-Werkzeuge eingeführt werden.