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Essengeld In KITA Umgestellt

Essengeld in KITA umgestellt

Volkssolidarität nutzt eigentliche Entlastung für Umstellung auf Pauschalabrechnung

Ende des Jahres wurden die Eltern der KITAs der Volkssolidarität Kreisverband Mecklenburg-Mitte e.V. (u.a. KITA „Knirpsenland“ Laage) über die Umstellung der Essengeldabrechnung und eine Preiserhöhung informiert. Als Vater bin auch ich davon betroffen. Als Stadtvertreter und Mitglied des Ausschusses für Bildung, Kultur und Soziales sehe ich mich in der Pflicht mich zu diesem Thema zu positionieren.

Ab 01.01.2020 sollen eigentlich die Eltern bei den Betreuungskosten für die KITA entlastet werden. Mit der Umstellung der Abrechnung möchte sich die Volkssolidarität vermutlich auch „ein Stück vom Kuchen sichern“ und nutzt diesen Zeitpunkt für Ihre Anpassung.

Seit Jahresbeginn hat die Volkssolidarität die genaue Abrechnung nach erhaltener Leistung auf eine pauschale Abrechnung umgestellt. Als Grundlage werden dafür 17 Tage im Monat herangezogen. Es gibt dann einen Tagessatz für Ganztags- und Teilzeitplätze. Diese Art der Abrechnung benachteiligt aber zum Beispiel Eltern mit Kindern die häufig krank sind, da diese zum einen für die Verpflegung während der Krankheit in der KITA zahlen und darüber hinaus aber auch die tatsächliche Verpflegung Zuhause übernehmen. Eine Doppelbelastung die insbesondere Eltern mit geringem Einkommen stark trifft. Bei gerade mal 20 Tagen „Krank mit Kind“ im Jahr kommen im Falle einer längeren oder häufigen Krankheit des Kindes Verdienstausfälle bei gleichzeitiger Doppelbelastung für die Verpflegung hinzu. Aber auch bei dem geplanten Urlaub müssen Eltern die Verpflegung trotz Abwesenheit zukünftig einplanen. Dies ist meiner Meinung nach weder sozial noch leistungsgerecht. Die Umstellung wurde aber vom Vorstand beschlossen, dem unter anderem Kathrin Röwert angehört, welche bei der letzten Bürgermeisterwahl in Laage für die CDU kandidierte.

Die gleichzeitige Anhebung der Preise (Tagessätze) könnte ich unter der Begründung von steigenden Lohnkosten, Energiekosten und vielem mehr noch nachvollziehen, wenn nur für die erhaltene Leistung gezahlt wird.

Ich bitte daher den Vorstand Dr. Frank Scherer, Petra Förster und Kathrin Röwert ihre Entscheidung zu überdenken und eine Preiserhöhung nach tatsächlich erhaltener Leistung zu beschließen. Alles andere wäre aus meiner Sicht unsoziales Verhalten gegenüber denen, die es wirtschaftlich am härtesten trifft.

Was könnt Ihr als betroffene Eltern tun. Wendet euch an die Elternvertretung oder die Vorsitzende der Elternvertretung, damit diese über die KITA-Leitung noch einmal auf den Vorstand einwirkt. Nehmt aber bitte auch das Angebot für Fragen über die Geschäftsstelle bei Frau Zöllner unter 03843-245268 war und tut euren Unmut darüber kund.

Ich habe mit Frau Zöllner dazu vor Weihnachten telefoniert und meine offene Fragen beantworten lassen. Außerdem habe ich ihr gesagt, dass ich diese Anpassung auf eine Pauschalverrechnung nicht gut heißen kann. Dem Verweis auf andere Träger, welche angeblich bereits so abrechnen, habe ich widersprochen, da wir gerade erst die KITA vom ASB in Dummerstorf zur Volkssolidarität nach Laage gewechselt haben und dort die Abmeldung von einzelnen Mahlzeiten auf eine ausschließlich tageweise Abmeldung umgestellt wurde. Aber eine Abmeldung ist dort zum Beispiel weiterhin möglich.

Updates zum Thema:

14.01.2020

Bericht auf Laage.NET zum Thema „Pauschalbetrag für Essen in der KITA eingeführt“ erschienen.

15.01.2020

 

 
 
 
 
 
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Gestern wurde ich aufgrund des letzten Beitrages von der Elternratsvorsitzenden zur heutigen Elternratssitzung eingeladen und freue mich auf konstruktive Gespräche zu dem Thema. Durch den Beitrag haben sich auch weitere Kontakte ergeben, die aktuell mit der Geschäftsführung der VHS in Verhandlung stehen um dort eine Lösung zu erwirken. Darüber werde ich heute Abend in der Sitzung berichten und den Kontakt gerne weitergeben. Ich freu mich, dass dieser Beitrag eine so große Reichweite erzielen konnte und über 450 Seitenbesucher, die diesen Beitrag in nicht mal 48 Stunden gelesen haben. Noch mehr freue ich mich über die Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben haben und dass wir vielleicht doch noch etwas erreichen können. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Ein Beitrag geteilt von Michael Selck (@michaelselck) am

16.01.2020

 

 
 
 
 
 
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Gestern Abend fand die Sitzung mit dem Elternrat statt. Ich durfte die ersten 30 Minuten daran teilnehmen. Ich fand es ein wenig Schade, dass mir das Gefühl vermittelt wurde, mit dem öffentlichen Beitrag hätte ich lediglich den Elternratsvorsitz bloß gestellt und es wäre eh nichts zu bewirken. Nach dem Motto: „Das Thema ist durch“. Auch hätte ich dies nicht öffentlich posten sollen, sondern das persönliche Gespräch suchen müssen. Ich sehe das etwas anders: Es geht mir um keine Bloßstellung. Ich habe auf die Aufforderung nach Einmischung der örtlichen Politik in einem Facebook-Kommentar lediglich die Rolle des Elternrats als erste Instanz verteidigt. Dass das Thema außerdem nicht durch ist, zeigt das Engagement von weiteren Elternratsvorsitzenden des gleichen Trägers aus Güstrow, welche sich zusammen tun und gemeinsam auf die Geschäftsleitung einwirken und Ihre Rechte bei der Mitwirkung einfordern. Den Kontakt zu denen konnte ich gestern herstellen und hoffe das auch Laage sich dort mit einbringt. Die Forderung, man solle sich EINZELN persönlich melden, ist meines Erachtens Strategie der Geschäftsleitung um zu verhindern, dass man sich zusammen tut und etwas erreicht. So hat bei meinem Anruf in der Geschäftsstelle alles danach geklungen als wenn da nichts dran zu rütteln ist, die Elternratsvorsitzende angeblich auch damit einverstanden ist und man der einzige wäre der sich dort gemeldet hat und ein Problem kund tut. Immer schön klein halten! Mein öffentlicher Beitrag hat neben der Reichweite von mittlerweile 820 Websitebesuchern, zahlreichen Kommentaren und persönlichen Nachrichten genau eins gezeigt: Das es eine große Zahl an Eltern gibt, die mit der Pauschalabrechnung nicht einverstanden sind. Natürlich kam das Schreiben in der stressigen Vorweihnachtszeit. Nur wenige hatten Zeit anzurufen. Zudem finde ich eine Debatte in der Öffentlichkeit immer besser als ein Hinterzimmer-Gespräch unter 4 Augen. Man sollte auch in der Öffentlichkeit zu seiner Meinung stehen und diese offen sagen. Am Ende stehen wir doch aber alle auf der selben Seite und sollten daher schauen, was wir gemeinsam für Kinder & Eltern erreichen können!

Ein Beitrag geteilt von Michael Selck (@michaelselck) am

18.01.2020

Auch die Krakower und Brüeler wehren sich gegen Anpassung, schreibt die SVZ.

18.01.2020

 

 
 
 
 
 
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*Briefe sind auf meiner Website https://michael-selck.de im Originalbeitrag zum Thema ganz unten als Download (pdf) verfügbar. Der Brief von Eltern zweier Kinder der KITA „Knirpsenland“ in Laage an den Träger, die Volkssolidarität in Güstrow, bringt es noch einmal genau auf den Punkt. Auch Eltern, die ihre Kinder durch Schichtsystem nicht zwingend zu allen Mahlzeiten in der KITA haben müssen, sondern Zeit mit ihnen selbst verbringen, sind stark von der neuen Pauschalabrechnung betroffen. Zahlen Sie bisher für 2 Kinder durchschnittlich 137,10 € im Monat, so müssen seit Jahresbeginn 200,60 € aufgebracht werden. Eine Steigerung um 63,50 € im Monat. Berücksichtigt man den Wegfall des monatlichen Betreuungsbeitrages für das 1. Kind von 65,82 € durch das zum Jahresbeginn in Kraft getretene „Gute KiTa-Gesetz“ zur Entlastung der Eltern, so stellt sich tatsächlich die Frage wer hier am Ende mehr Geld in der Tasche hat. Die Antwort des Trägers ist ernüchternd, frech und falsch zugleich! Bereits 2014 hat die Sozialministerin dieses Vorgehen der Träger in einem Brief an die Eltern (siehe Downloads) kritisiert und klargestellt, dass keinesfalls die Träger alleine entscheiden welche Abrechnung (spitz oder pauschal) für die Verpflegung zu wählen ist. Bei der Verpflegung ist eine Entscheidung über die Art der Abrechnung, den Essenanbieter und die Qualität, etc., gemeinsam zu treffen und darf nicht einseitig vorgegeben werden, so der Grundtenor dazu. Gerne TEILEN!

Ein Beitrag geteilt von Michael Selck (@michaelselck) am

19.01.2020

Wie das vorangegangene Antwortschreiben auf einen Elternbrief zeigt, untergräbt die Volkssolidarität die Rechte der Eltern aus dem KiföG M-V. In diesem heißt es unter §8 (4):

Der Elternrat wirkt in wesentlichen Angelegenheiten der Kindertageseinrichtung mit, insbesondere bei der Weiterentwicklung der pädagogischen Konzeption, der regelmäßigen Öffnungszeiten und der Essenversorgung der Kinder.

Dies kann im Download des aktuellen KiföG M-V nachgelesen werden. (Seite 15/16 gelbe Markierung)

 

Bildquellen:

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Hallo, durch einen Kitawechsel habe ich sowohl die spitze Abrechnung (taggenau), als auch die pauschale Abrechnung der Verpflegung in der Kita kennengelernt. Ich muss sagen, dass mir die spitze Abrechnung auch besser gefällt. Aus dem einfachen Grund, dass man die Verpflegung taggenau z. B. bei Krankheit oder Urlaub abbestellen kann und dadurch weniger im Monat zahlt. Ansonsten war es annährend der gleiche Monatsbetrag wie bei einem vollen Monat der spitzen Abrechnung. Es gibt deutlich mehr Kita’s, die pauschal abrechnen, als spitz abzurechnen. Hintergrund ist der enorme Aufwand der taggenauen Abrechnung, den man sich durch die Pauschalabrechnung erleichtern darf. M. E. ist es für Kita’s zulässig, welchen Weg sie wählen. Da die Mehrheit der Kita’s pauschal abrechnen, bleibt den Eltern, die ihr/e Kind/er in einer Einrichtung anmelden, bei der es genau so ist, gar nichts anderes übrig. Sie kennen es gar nicht anders. In ihrem Fall ist es nun genau anders rum, zum Nachteil für die Eltern, zum Vorteil für die Kita. Eine große Entlastung ist schon mal der Wegfall der Beiträge für die Betreuung. Käme dazu noch die Pauschalabrechnung, was bei vielen so war, dann wäre es eine enorme Belastung für die Eltern. Mir persönlich ist es immer wichtig, dass das Essen gut, wertvoll und selbst gekocht ist. Dann haben die Kinder eine gute Verpflegung. Dann bin ich auch bereit, mehr dafür zu bezahlen. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie die für Ihre Verhältnisse bessere Variante der Spitzabrechnung beibehalten! LG K. S. Alles Gute!

  2. Hallo Kathi, vielen Dank für deine Nachricht. Die Preissteigerung für die Erhaltung oder Verbesserung der Qualität hätte wahrscheinlich auch die wenigsten gestört. Durch die spitze Abrechnungen haben Eltern aber teilweise eine Steigerung von 65,- € auf 100,- € im Monat hinzunehmen. Wir schauen mal, was wir erreichen können.

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